Ist das der Apple Effekt ?

Ich bin kein Mac User, habe keinen IPod oder IPhone und mag Apple wegen seiner seltsamen Geschäftspolitik nicht! Ich kenne jedoch eine menge Leute, die den Mac nutzen und absolut begeistert sind. Da hört man immer wieder Worte wie Usability, Zuverlässigkeit, Kompatibilität. Kurzum “Es geht einfach. Ich muss mich um nix kümmern.” Als bekennender Linux Fan kenne ich diese Schlagworte im Zusammenhang mit meinem Arbeitsgerät natürlich nicht, aber gerade das macht ja neben der ganzen Offenheit des Systems den Reiz aus.

Jetzt ist es so, das ich seit nun schon mehreren Jahren mehr oder weniger erfolgreich versuche einen guten, bedienbaren HTPC aufzusetzen. Über diese kläglichen Versuche könne ich ein ganzes Buch schreiben. Einige Highlights: Viel zu laute Desktop PCs mit diversen MediaCentern, Fernbedienung auf dem  Handy/NDS programmiert, WII mit Mplayer & Smb und nicht zu vergessen die viel zu langsame T-Vision Box mit MythTV. Das waren zumindest die Versuche die es an den TV geschafft haben jedoch so gut wie nie genutzt wurden, da immer irgendwas die Bedienbarkeit (oder Ruhe) gestört hat.

Nun habe ich mir vor einigen Tagen eine PS3 zugelegt. Eigentlich totaler Wahnsinn, da ich kein Konsolen Spieler bin. Ich hatte trotzdem einige SNES, PS1, PS2, XBox360, Wii und nun eben eine PS3. Das ist schon fast Zwanghaft Konsolen zu kaufen aber dann nicht zu nutzen nur weil 1-2 geniale Titel in Aussicht sind.

Nun jetzt mal wieder zurück zum Titel der ganzen Geschichte: “Der Apple Effekt”. Gestern nach der Arbeit hatte auf der PS3 einen Button “Remote Media Server” gesehen und mal kurz gegoogelt was da alles als Server fungieren kann und siehe da es gibt haufenweise Implementierungen. Die meisten sogar in Java was mich besonders freut, da kann ich dann bei Bedarf noch kleine eigenen Add-ons schreiben. Ich hab noch überlegt, ob ich die gschaftlerei wirklich machen soll jetzt wieder ein Mediacenter aufzusetzen da finde ich einen Media Server der behauptet “Zero Config” zu sein. Das wollte ich natürlich sehen. Und was soll ich sagen, keine 5 Minuten nach dem Klick auf die Seite von ps3mediaserver hatte ich alle meine Filme, Musik, Bilder und ein paar Internet Radio/TV Streams auf meiner PS3.  Meine Überraschung über die Einfachheit und die Freude  das wirklich alles auf Anhieb geklappt hat ist vielleicht das was man immer in den Augen von Apple Usern sieht wenn sie über ihren Alltag am Gerät erzählen. Vielleicht ist das Glühen in den Augen auch nur das Höllenfeuer das sie erwartet weil sie in Form der Apple Lizenzbedingungen und AGBs ihre Seele dem Teufel überschrieben haben.

Ich habe auf jeden Fall Spass an meinem neuen Spielzeug und das ist auch gut so!

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2 Antworten zu “Ist das der Apple Effekt ?”

  1. Christian sagt:

    Tatsächlich ein “Mediacenter”, das funktioniert? Hört sich gut an. Wenn ich einen Fernseher hätte – wenn, dann wäre das ein Grund mehr, mir doch bald eine PS3 zu kaufen. Die entscheidende Frage für mich wäre halt: Lässt sich damit auch auf große Musiksammlungen sinnvoll zugreifen? Und das heißt dann auch: Gibt es Playlisten? Unterstützt die PS3 bspw irgend ein “offenes” Format für Playlisten wie .m3u? Und: Werden .flac, .ogg (oder auch gerne Apple Lossless ^^) unterstützt?

    P.S. Bezüglich Apples Geschäftspolitik stimme ich Dir durchaus zu. Mir ist das auch nicht ganz geheuer. Den Vergleich mit GNU(!)/Linux zu ziehen hinkt, weil es da keine Geschäftspolitik gibt. Fruchtbar wird der Vergleich mit der Geschäftspolitik Microsofts. (Welches Übel ist einem lieber: Teufel #1 oder doch #2?)

  2. falko sagt:

    Mit der Software die ich nutze lässt sich so ziemlich ALLES abspielen denn falls die PS3 das entsprechende Fomat nicht nativ unterstützt, wird automatisch mittels mencoder, ffmpeg, usw. so transcodiert und dann in einem Format gestreamt, das die PS3 abspielen kann.

    Playlisten kann man entweder auf der PS3 nutzen oder eben die Streaming Software anweisen die Playlist in einem langen Stream abzuarbeiten. Dadurch ist eben auch Webradio, InternetTV, RSSFeeds etc.. möglich

    Das Linux keine Geschäftspolitik hat solltest du besser nicht zu laut sagen. GNU ist eine Lizenz die hat sicherlich keine.
    Aber *nix Distributionen haben durchaus eine Geschäftspolitik. Debian hinkt der Entwicklung immer ein paar Jahre hinterher weil deren Politik vorgibt nur GPL Software zu verwenden. Gentoo’s Politik ist immer Bleeding Edge zu sein, sich die Lizenz Frage nicht zu stellen und alles was frei ist so schnell wie möglich immer auf den aktuellsten Stand zu bringen.
    Ubuntu setzt auf Usability, NetBSD auf Portabilität …

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